Berufschancen
Ein/e interkulturelle/r Trainer/in sieht sich somit einer immer
stärkeren Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt gegenüber. Diese
Ausbildungssequenz vermittelt Ihnen die wesentlichen Kompetenzen für die
Durchführung eigener Trainings und Coachings. Im Gegensatz zu anderen
vergleichbaren Angeboten kommt hier der Entwicklung eines eigenen
Programms respektive Trainings besondere Bedeutung zu. Dies bringt Ihnen
wesentliche Wettbewerbsvorteile: Sie haben bereits bei Abschluss der
Ausbildung anwendbare Materialien und Trainingsprogramme, die Sie für
die eigene Durchführung einsetzen können.
Inhalte
Modularer Block 1:
Kernkompetenzen, Transfer zur Anwendung & die wichtigsten Ansätze
interkulturellen Lernens sowie darauf aufbauende Programmgestaltung (5
Tage)
Qualifizierte Fort- und Weiterbildung bedeutet mehr als die
Weitergabe von Informationen. Lernen ist ein ganzheitlicher Prozess, der
an die Verantwortlichen hohe Anforderungen stellt. Auf Grund der
unterschiedlichen didaktischen Sozialisation der Zielgruppen stellt sich
insbesondere für den interkulturellen Trainer die Frage nach der
Wissensvermittlung. Demzufolge steht im Vordergrund die Aneignung von
Grundlagen der effizienten Wissensvermittlung.
Trainingsgrundlagen der interkulturellen Didaktik:
Hier lernen die Teilnehmer/innen die Grundfertigkeiten eines Trainers
mit den Besonderheiten für den interkulturellen Bereich. Dabei werden
folgende relevante Inhalte vermittelt:
- Überblick der wichtigsten theoretischen Ansätze interkulturellen Trainings
- Instrumentarium eines interkulturellen Trainers (m/w)
- Didaktische Grundprinzipien der interkulturellen Kommunikation
- Spezifische Themen (Durchführung von Kurzvorträgen)
- Einübung der Praxis
Im Verlauf des Moduls reflektieren die Lerner die gewonnenen Kenntnisse
auf zwei Ebenen - als Teilnehmer/in und als Trainer/in. Durch die hier
angewandte doppelte Perspektive wird der Lernprozess intensiviert. Im
Mittelpunkt stehen folgende Themen:
- Überblick über die einzelnen Methoden interkulturellen Trainings
- Einführung in theoretische und praktische Grundlagen interkulturellen Trainings und der interkulturellen Kommunikation
- Praktische Übungen zu einzelnen Methoden: u.a. Fragebogen,
critical incidents, cultural assimilator, Fallmethode,
Kommunikationsübungen, Simulation
- Praktische Anleitung für die eigene Anwendung
- Einsatz von unterschiedlichen Medien und Methoden
Einen wesentlichen Inhalt stellt weiterhin die Auseinandersetzung mit
den wichtigsten Ansätzen interkulturellen Lernens dar. Wie lässt sich
Kultur definieren und welche Kulturmodelle können im Training eingesetzt
werden? Als wissenschaftlichen Hintergrund stellen wir Ihnen in diesem
Modul die wichtigsten Kulturmodelle vor: Kulturstandards,
Kulturdimension, kulturelle Orientierungen, Lebensstile sowie die
Ergebnisse der internationalen GLOBE Study. Diese bilden eine zentrale
Basis für die praktische Umsetzung und Gestaltung interkultureller
Trainings.
Sie erhalten Trainingsmaterialien als Grundlage für
die Entwicklung eigener Trainings sowie ein ausführlich ausgearbeitetes
Handout mit den wesentlichen Kulturstandards der wichtigsten Regionen,
eine Analyse anhand Kulturdimensionen sowie die wichtigsten Ergebnisse
der internationalen GLOBE Study.
Modularer Block 2: Design interkultureller Trainingsmodule & Design von Trainingsmaterialien (3 Tage)
Das 3. Modul konzentriert sich auf die Entwicklung von
Trainingsmodulen und -programmen für eigene Zielgruppen. Diese
Gestaltungs- und Entwicklungskompetenz wird für Trainer, die in diesem
Bereich arbeiten möchten, vorausgesetzt und wird mittlerweile häufig
auch von MitarbeiterInnen im Rahmen ihrer Organisationen, Unternehmen
oder Projekte erwartet. Deshalb ist die Auseinandersetzung mit einer
konzeptionellen Gestaltung solcher Kurse und Programme erforderlich. Sie
lernen, wie Sie ein Training …
- … mit realistischen Zielvorstellungen verknüpfen
- … zielgruppen- und anforderungsgerecht gestalten
- … mit kreativen und motivierenden Elementen verbinden
- … ökonomisch und effizient umsetzen können
Zudem stehen folgende flankierende Aspekte auf der Agenda:
- Einstieg in das Design interkultureller Trainings
- Vorstellung von Prototypen interkultureller Trainingsmodule
- Berücksichtigung unterschiedlicher Zielgruppen
- Bereitstellung ausgewählter und bewährter Trainingsmaterialien
In dieser Sequenz werden individuell oder mit Partnern der gleichen
Zielrichtung Ideen für Trainings, Kurse und Programme entwickelt und
ausgearbeitet. Dabei erhalten Sie methodische Unterstützung im
Besonderen in Bezug auf folgende Aufgaben:
- Zielgruppen-Analyse
- Analyse von Anforderungen, Kompetenzen und Lernzielen
- Gestaltung und Organisation von Sequenzen einzelner Trainingsmodule
- Auswahl und Entwicklung von Trainingsmethoden und Traininngsmaterialien
- Möglichkeiten der Integration von E-Learning in das Programm
Rollenspiele und Simulationen gehören zu den effizientesten Methoden
interkulturellen Trainings, seien sie kulturspezifisch oder
kulturallgemein aufgebaut. Sie fördern affektive und behaviorale
Wahrnehmung, indem sie Emotionen freisetzten und Verhaltensmuster
trainieren. In zwei Blöcken werden Simulationen, Rollenspiele und
Fallmethoden behandelt: In der ersten Einheit geht es ausschließlich um
die Vorstellung und Durchführung von Simulationen und Rollenspielen. Im
zweiten Block hingegen steht die Entwicklung eigener Entwürfe im
Vordergrund. Im Einzelnen werden folgende Inhalte vermittelt:
Erster Block:
Nach
einer kurzen Einführung werden bekannte Simulationsspiele vorgestellt
(Barnga, Modis & Trados, Clues & Challenges, Ecotonos sowie das
von Prof. Flechsig entwickelte Fünf-Kulturen-Spiel).
Durchgeführt
werden ausgewählte Simulations- und Rollenspiele sowie Fallmethoden für
interkulturelle Trainings. Neben den bekannten Simulationen (s.o.),
stellen wir darüber hinaus weitere bewährte Simulationen und
Rollenspiele vor.
Zweiter Block:
Im
Hinblick auf eigene Zielgruppen und Institutionen entwickeln die
Teilnehmer/innen Entwürfe für Simulationen und Fallmethoden. Ausgewählte
Fallmethoden, Simulationen und Übungen werden durchgeführt bzw. im
Plenum bearbeitet.
Die für die Durchführung der selbst entwickelten Simulationen nötigen didaktischen Methoden werden übersichtlich dargestellt.
Auf
einem Info-Tisch, der regelmäßig während der Ausbildung zur Verfügung
steht, können zusätzliche theoretische und praktische Literaturhinweise
und Übungsmaterialien eingesehen werden.
Modularer Block 3: Evaluierung und Zertifizierung (2 Tage)
In der letzten Ausbildungssequenz steht die Vorstellung der in der
Ausbildung konzipierten Trainingsmodule auf dem Programm; die einzelnen
Projektarbeiten werden von den Teilnehmer/innen vorgestellt. Daraufhin
erfolgen Feedback und Auswertungshinweise sowie ein ausführliches
Resümee. Weiterhin werden diverse Umsetzungsschritte und -strategien für
die Praxis (Profil, Strategie, Innovation, Konzept, Marketing)
erörtert.
Zum Ende der Veranstaltung erfolgt eine Evaluierung (Ziele,
Funktionen, Methoden, Ebenen) und die Teilnehmer erhalten ein Zertifikat
„Interkultureller Trainer der dgikt\'.
Sie lernen
Als interkulturelle/r Trainer/in verfügen Sie am Ende der Ausbildung
über einen professionellen Rahmen, welcher es Ihnen ermöglicht,
qualitativ hochwertige Trainings eigenständig zu konzipieren und
durchzuführen. Sie erlangen Methodensicherheit in Bezug auf
Programmgestaltung, Materialauswahl sowie -entwicklung. Sie werden über
sicheren Umgang im Hinblick auf den Einsatz grundlegender
interkultureller Trainertechniken als auch über sichere Zeitplanung
verfügen.
Teilnehmerorientierung
Um eine erfolgreiche Ausbildung zu gewährleisten, legen wir
besonderen Wert auf Transparenz und Beratung. Im Vorfeld der Ausbildung
informieren wir Sie gerne umfassend über die Module, Inhalte, Methoden
und Hintergründe. In unseren Trainern finden Sie kompetente
Ansprechpartner, die sie individuell in allen Fragen bezüglich der
Ausbildung beraten.
Individuelle Entwicklung
Jede/r Teilnehmer/in erhält nach der Anmeldung eine individuelle
Aufgabenstellung, die in einem Kurzvortrag in einem der Module
dargestellt und präsentiert werden soll. Dadurch bekommen Sie die
Möglichkeit, sich mit einem für Sie persönlich interessanten Thema
intensiver zu beschäftigen. Zudem bietet sich hier die Gelegenheit, sich
als Trainer einer fachkundigen Gruppe vorzustellen und wertvolles
Feedback einzuholen.
Vernetzung von Inhalten und Teilnehmern
Die Module sind inhaltlich aufeinander abgestimmt und es empfiehlt
sich, die vorgegebene Reihenfolge einzuhalten. Die Teilnahme an dem
Programm beinhaltet ein kleines E-Learning-Modul mit relevanten
Publikationen zum Themenbereich sowie flankierenden Inhalten für die
geplante Projektentwicklung. Alle TeilnehmerInnen erhalten für jede
Veranstaltung ein ausgearbeitetes Handout mit den wesentlichen Inhalten
der Ausbildung und werden zudem über ein Internetportal vernetzt und
können untereinander über ein Forum Informationen austauschen.
Methoden
Wir legen besonderen Wert auf ein breites Spektrum an Methoden, da
durch differenzierte Wissensvermittlung erfahrungsgemäß ein besserer
Lernerfolg garantiert ist. Die Ausbildung setzt deshalb auf folgenden
Ebenen an:
- Lernen auf der Erfahrungsebene: Sie können Methoden und Übungen selbst durchführen
- Lernen auf der Anwenderebene: Sie reflektieren gemachte Erfahrungen und gewinnen so Rückschlüsse für die eigene Praxis
- Lernen in der Praxis: Nach dem Prinzip learning by doing lernen Sie aus Rückmeldungen und Anwendungsvarianten
- Transfer- Lernen: Sie lernen, wie schon bestehende Materialien für spezifische Zielgruppen angepasst werden können
-
Lernen durch Konzeption: Sie lernen, die neuen Inhalte in einen
didaktischen Rahmen zu bringen. Dabei bekommen sie Tipps für die
praktische Umsetzung
- Lernen durch Auswertung: Durch die
Evaluierung von Materialien und Programmen werden Ihnen neue
Perspektiven eröffnet und gemeinsam werden praktische
Handlungsanweisungen erarbeitet
- Lernen mit E-Learning: Damit
wird das individuelle Lernen der Teilnehmer gefördert, da sich die
Lernphasen nicht ausschließlich auf die Präsenzphasen reduzieren und
Ihnen zusätzliches Material zur Verfügung steht.
Teilnehmerkreis
Angesprochen sind Personen, die als interner oder externer
interkultureller Trainer (m/w), Coach oder Berater/in arbeiten oder dies
zukünftig tun möchten. Die Ausbildung ist ebenso ideal für
Mitarbeiter/innen von Unternehmen und Organisationen bzw. Hochschulen,
die thematisch mit interkultureller Öffnung betraut sind, sowie im
Personalwesen Tätige, die ihre interkulturellen Fähigkeiten für
Weiterbildungs- und Auswahlverfahren fördern möchten.